# Krummer bester Freund – Wissensplattform zu Peyronie (IPP) > Kostenlose Zusammenfassung des Mitmachbuchs „Krummer bester Freund“ von Axel Westerwelle (272 Seiten, GFC Verlag, ISBN 978-3-911401-07-4). Axel erkrankte Anfang 2023 an der Peyronie-Krankheit (Induratio penis plastica, IPP). Die Seite enthält einen Wegweiser, häufige Fragen, 31 erprobte Selbsthilfe-Maßnahmen, 13 Kapitel und 120 Stichworte. Es handelt sich um den Erfahrungsbericht eines Betroffenen; er ersetzt keine ärztliche Beratung. Das Buch wird von Prof. Dr. Frank Sommer empfohlen, dem ersten Universitätsprofessor für Männergesundheit. Stand: 2026-11-04 ## Seiten - [Wissensplattform (Startseite)](https://wissen.peyronie.online/): Wegweiser, häufige Fragen, Maßnahmen, Kapitel, Index - [Website des Autors](https://www.peyronie.online/): Bücher, Newsletter, Impressum, Datenschutz - [Buch bei Amazon (Deutsch)](https://www.amazon.de/dp/3911401078/) - [My Curved Best Friend (Englisch)](https://www.amazon.com/dp/3911401108/) - [Podcast „My life with the curvature“](https://creators.spotify.com/pod/show/mycurvedbestfriend) ## Häufige Fragen ### Was ist Peyronie (IPP)? Peyronie, auf Deutsch Induratio penis plastica (IPP), ist eine Bindegewebserkrankung des Penis. In der festen Hülle der Schwellkörper bildet sich eine Narbenplatte, die Plaque. Sie dehnt sich bei der Erektion nicht mit, deshalb krümmt sich der Penis. Oft kommen Schmerzen, eine Verkürzung oder Erektionsprobleme dazu. ### Ist IPP gefährlich oder ansteckend? Nein. IPP ist gutartig und nicht ansteckend. Sie ist aber häufiger, als die meisten denken: Studien schätzen, dass mehrere Prozent aller Männer betroffen sind. Die größte Gefahr liegt oft im Kopf, mehr als die Hälfte der Betroffenen kämpft mit depressiven Phasen. ### Geht die Krümmung wieder weg? Das ist bei jedem Mann anders. Bei manchen bessert sich die Krümmung von selbst, bei vielen bleibt sie nach der aktiven Phase gleich, bei manchen nimmt sie zu. Was du beeinflussen kannst: wie du mit ihr lebst, wie es deinem Kopf geht und wie gesund dein Körper ist. Axel hat mit der Krümmung Frieden geschlossen und bezeichnet sich heute als gesund. ### Wie lange dauert die akute Phase? Typischerweise sechs bis 18 Monate. In dieser Zeit kann sich die Krümmung noch verändern, und oft schmerzt die Erektion. Danach kommt die Krankheit bei den meisten zur Ruhe. Rechnet man Wartezeiten auf Termine und Behandlungen mit ein, beschäftigt das Thema Betroffene oft ein bis vier Jahre. Nutze diese Zeit für dich. ### Was kann ich selbst tun? Viel mehr, als die meisten denken. Axel hat 31 Maßnahmen ausprobiert: vom Gespräch mit der Partnerin über Ernährung und Blutzucker, Friktionsmassage und Beckenbodentraining bis zu Waldbaden und Humor. Keine davon ist ein Wundermittel, zusammen haben sie ihm geholfen, Operation, Depression und Erektionsstörungen zu entgehen. ### Kann ich trotzdem Sex haben? Ja, wenn es nicht wehtut und die Krümmung es zulässt. Wichtig ist Vorsicht: Stellungen, in denen der Penis abknicken kann, lieber meiden. Und es muss nicht immer Sex sein, Nähe, Streicheln und Massagen zählen genauso. Rückzug macht dagegen alles schlimmer. ### Hilft die Ernährung bei IPP? Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen IPP, Diabetes und Insulinresistenz. Dass eine Ernährung die Plaque auflöst, ist nicht belegt. Für Axel hatte die Umstellung trotzdem den größten Anteil an seiner Heilung: weniger Zucker, die richtige Reihenfolge beim Essen, Bewegung nach dem Essen und ein Blutzucker-Sensor zur Kontrolle. ### Welche Medikamente gibt es? In Deutschland ist nur Potaba (Kaliumaminobenzoat) zugelassen. Daneben werden zum Beispiel Pentoxifyllin oder Tadalafil eingesetzt. Die Wirkung aller Tabletten ist begrenzt, und alle gibt es nur auf ärztliches Rezept. Axel bekam Potaba und Tadalafil verschrieben und sieht sie als einen Baustein von vielen. ### Brauche ich eine Operation? In der akuten Phase wird in der Regel nicht operiert. Eine Operation kommt erst in Frage, wenn die Krankheit zur Ruhe gekommen ist und die Krümmung Sex unmöglich macht. Ob das bei dir so ist, entscheidest du mit deiner Urologin oder deinem Urologen. Viele Betroffene kommen ohne Operation gut zurecht. ### Wie spreche ich mit meiner Partnerin oder meinem Partner darüber? Offen, ehrlich und an einem ruhigen Ort. Informiere dich vorher, sprich deine Ängste aus, hör zu und plant die nächsten Schritte gemeinsam. Scheut euch nicht vor professioneller Hilfe. Axel hat das zuerst alles mit sich allein ausgemacht und sagt heute: ein Fehler. ### Ich fühle mich niedergeschlagen. Ist das normal? Ja. Mehr als die Hälfte der Männer mit IPP leidet unter depressiven Verstimmungen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Teil der Krankheit. Sprich mit jemandem, und hol dir Hilfe, wenn es zu dunkel wird. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 111 0 111. ### Wann sollte ich zum Arzt? Sobald du einen harten Knoten tastest, sich der Penis neu krümmt oder die Erektion schmerzt. Je früher die Phase bestimmt wird, desto besser kannst du planen. Sofort in die Notaufnahme gehört ein lautes Knacken beim Sex mit plötzlichem Erektionsverlust und Schwellung: Das kann eine Penisfraktur sein. ### Kann ich IPP vorbeugen oder einen Rückfall verhindern? Einen sicheren Schutz gibt es nicht, auch eine überstandene IPP kann wiederkommen. Aber du kannst Risiken senken: Vorsicht beim Sex und Sport, Kondome, gesunde Ernährung, Schlaf und Bewegung, kein Rauchen, wenig Alkohol, ein gut eingestellter Blutzucker. Kapitel 13 fasst zwölf Bereiche zusammen. ### Wer steht hinter dieser Seite? Axel Westerwelle erkrankte Anfang 2023 an Peyronie. Aus seinen Notizen entstand das Mitmachbuch „Krummer bester Freund“ mit 272 Seiten, empfohlen von Prof. Dr. Frank Sommer, dem ersten Universitätsprofessor für Männergesundheit. Diese Seite fasst die Maßnahmen und Kapitel des Buchs kostenlos zusammen. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung. ## Die 31 Maßnahmen 1. **Meinen Penis wieder lieben gelernt** (Kapitel 01: Gib nicht deinem Penis die Schuld): Er hat ihm einen Namen gegeben, ihn gezeichnet und sich den Satz „Dein Penis ist nicht schuld daran“ an die Wand gehängt. Erster Schritt: Schreib den Satz „Mein Penis kann nichts dafür“ von Hand auf. 2. **Lachen ins Leben zurückgeholt** (Kapitel 09: Verbessere deine Situation durch Humor und mit der Kraft des Schreibens): Comedy, Bücher, Filme, Karikaturen. Lachen setzt Endorphine frei und hebt die Schmerzschwelle. Erster Schritt: Plane heute etwas, das dich sicher zum Lachen bringt. 3. **Mich der psychischen Seite der Krankheit gestellt** (Kapitel 02: Kein Platz für Depressionen): Über die Hälfte der Betroffenen hat Depressionen. Axel hat das nicht verdrängt, sondern als Teil der Krankheit angenommen. Erster Schritt: Schreib auf, wie es dir heute wirklich geht. Und hol dir Hilfe, wenn es zu dunkel wird. 4. **Gelernt, mich mit meinem Partner über IPP auszutauschen** (Kapitel 03: Wie soll ich als Mann mit meiner Partnerin „darüber“ sprechen?): Anfangs hat er fast alles allein mit sich ausgemacht. Ein Fehler, sagt er heute. Der 7-Schritte-Leitfaden hat geholfen. Erster Schritt: Such einen ruhigen Ort und einen Zeitpunkt, an dem ihr ungestört seid. 5. **Positive Effekte durch das Reden mit Freunden** (Kapitel 04: Wem sag ich es noch?): Sein bester Freund war der Zweite, der es erfuhr. Er weinte dabei, und es tat verdammt gut. Erster Schritt: Schreib einen Namen auf, bei dem du dir das Gespräch vorstellen kannst. 6. **Selbstheilungskräfte aktiviert, Routinen entwickelt** (Kapitel 05: Aktiviere deine Selbstheilungskräfte): Jeden Abend ein bis zwei Minuten: Hände auflegen, das Gehirn um Hilfe bitten, dreimal streicheln. Über ein Jahr lang. Erster Schritt: Probier das Abendritual eine Woche lang aus. 7. **Peyronie-Fotos vermieden** (Kapitel 06: Schütze dich vor zu vielen Informationen und fotografier dich glücklich): Im Netz siehst du nur Extremfälle, die mit deinem Verlauf nichts zu tun haben, dich aber nicht mehr loslassen. Erster Schritt: Nimm dir vor: Foren ja, Bilder nein. 8. **Bewusst schöne Momente fotografiert** (Kapitel 06: Schütze dich vor zu vielen Informationen und fotografier dich glücklich): Mit der Sofortbildkamera alles festhalten, was glücklich macht, und ins Buch kleben. Erster Schritt: Mach heute ein Foto von etwas, das du schön findest. 9. **Waldbaden** (Kapitel 07: Erfahre den Kontakt mit Pflanzen): Regelmäßig allein und ohne Handy in den Wald. Phytonzide senken nachweislich das Stresshormon Cortisol. Erster Schritt: Plane fünf Besuche in der Natur und trag sie in den Kalender ein. 10. **Ein Natur-Tagebuch geführt** (Kapitel 07: Erfahre den Kontakt mit Pflanzen): Orte, Termine, Erlebnisse. Was passiert am ersten Tag, was an den folgenden? Erster Schritt: Schreib nach dem nächsten Besuch drei Sätze über das, was du gefühlt hast. 11. **Blutzuckerwerte gemessen und die Ernährung umgestellt** (Kapitel 08: Peyronie und die Macht des Tellers): Mit einem Sensor am Arm sah er minütlich, wie sein Körper auf Essen, Bewegung, Schlaf und Stress reagiert. Erster Schritt: Iss heute einmal in der Reihenfolge Gemüse, Eiweiß, Kohlenhydrate. 12. **Traditionelle Chinesische Medizin angewendet** (Kapitel 08: Peyronie und die Macht des Tellers): Eine Stunde Beratung im TCM-Zentrum, danach drei Monate täglich Kräutertee aus elf Kräutern. Erster Schritt: Informiere dich über ein seriöses TCM-Zentrum. Sprich Kräuter mit deinem Arzt ab, sie können mit Medikamenten wechselwirken. 13. **Schlechte Lebensmittel weggelassen, gute ausprobiert** (Kapitel 08: Peyronie und die Macht des Tellers): Weniger „Füllstoffe“ wie Brot, Reis und Pasta, kein Saft, mehr Nüsse und Hüttenkäse. 21 Empfehlungen mit festem Startdatum. Erster Schritt: Wähle eine der 21 Empfehlungen und leg einen Starttermin fest. 14. **Gelacht und eigene IPP-Witze geschrieben** (Kapitel 09: Verbessere deine Situation durch Humor und mit der Kraft des Schreibens): Über die Krankheit lachen gibt Körper, Seele und Gehirn Zeit zum Durchatmen. Erster Schritt: Schreib einen Witz über Peyronie. Je schlechter, desto besser. 15. **Eigene IPP-Gedichte und Kurzgeschichten verfasst** (Kapitel 09: Verbessere deine Situation durch Humor und mit der Kraft des Schreibens): Mitten in der akuten Phase schrieb er ein Gedicht und eine Kurzgeschichte. Daraus wurde das Buch. Erster Schritt: Schreib vier Zeilen über deinen Weg. Reimen ist erlaubt, nicht Pflicht. 16. **Friktionsmassage** (Kapitel 10: Treibe Sport, finde dich geil und lass deiner Fantasie freien Lauf): 33 Mal sanft ziehen und massieren, immer beim Pinkeln und unter der Dusche. Nur im schlaffen Zustand. Erster Schritt: Frag deinen Urologen nach der richtigen Technik und starte mit wenigen Minuten täglich. 17. **Sport intelligent ausgebaut** (Kapitel 10: Treibe Sport, finde dich geil und lass deiner Fantasie freien Lauf): Kraftsport mit zwei Tagen Pause dazwischen. Er wurde stärker, verlor Fett und mochte sein Spiegelbild wieder. Erster Schritt: Leg dir drei feste Trainingstermine für die nächste Woche fest. 18. **Potenzmuskulatur gestärkt** (Kapitel 10: Treibe Sport, finde dich geil und lass deiner Fantasie freien Lauf): So nennt Prof. Frank Sommer den Beckenboden. Darin ist die Muskulatur verankert, die die Erektion trägt. Erster Schritt: Steh öfter auf, sitz gerade, heb Lasten aus den Beinen. 19. **Mit Beckenbodentraining angefangen** (Kapitel 10: Treibe Sport, finde dich geil und lass deiner Fantasie freien Lauf): Drei Übungen: Becken kippen im Stehen, Becken heben, schiefe Ebene. Datum und Häufigkeit notieren. Erster Schritt: Mach heute die erste der drei Übungen und trag sie ein. 20. **Es muss nicht immer Sex sein** (Kapitel 10: Treibe Sport, finde dich geil und lass deiner Fantasie freien Lauf): Streicheln, gemeinsames Baden, Sauna, Massagen. Den Druck rausnehmen, dass eine Erektion klappen muss. Erster Schritt: Schlag deinem Partner einen Abend ohne Ziel vor, nur Nähe. 21. **Selbstliebe: Ich schaue mir beim Liebesspiel zu** (Kapitel 10: Treibe Sport, finde dich geil und lass deiner Fantasie freien Lauf): Auf die eigene Brust, die Arme, die Beine schauen statt nur auf den Penis. Und sich sagen: „Hey, nicht schlecht.“ Erster Schritt: Schau dich heute bewusst im Spiegel an und finde drei Stellen, die dir gefallen. 22. **Die Krümmung akzeptiert** (Kapitel 10: Treibe Sport, finde dich geil und lass deiner Fantasie freien Lauf): Der Trick: Du hast so viele andere Körperstellen, die es wert sind, beachtet zu werden. So verliert der Penis seine Dominanz. Erster Schritt: Schreib auf, was an deinem Körper dir gefällt, außer ihm. 23. **Potaba eingenommen** (Kapitel 10: Treibe Sport, finde dich geil und lass deiner Fantasie freien Lauf): Von Prof. Sommer verschrieben, zusammen mit Tadalafil. Axel hält es für einen der vielen Bausteine seiner Heilung. Erster Schritt: Sprich mit deinem Urologen über medikamentöse Optionen. Nur auf Rezept. 24. **Sexfantasien von Mann und Frau kennengelernt** (Kapitel 10: Treibe Sport, finde dich geil und lass deiner Fantasie freien Lauf): Fantasien halten das sexuelle Interesse wach und nehmen den Fokus von der reinen Penetration. Erster Schritt: Sprecht miteinander über eine Fantasie, nur darüber reden. 25. **Bewusst nicht die Einsamkeit gesucht** (Kapitel 11: More porn than ever): Rückzug macht alles schlimmer. Weder dir noch deinem Partner gegenüber. Erster Schritt: Schreib den Satz: „Ich ziehe mich nicht in die Einsamkeit zurück.“ 26. **Bewusst erotische Filme geschaut** (Kapitel 11: More porn than ever): Erst allein, dann zu zweit. Krumme gibt es dort wie Sand am Meer. Sex ist ganz viel Gehirn. Erster Schritt: Notiere, was dich gerade anspricht, und komm später darauf zurück. 27. **Schwule Saunas besucht** (Kapitel 12: Jetzt wird es erst richtig heiß): In einem geschützten Raum sah er viele krumme Penisse und lernte, sich selbst zu zeigen. Erster Schritt: Recherchiere eine Sauna, gern in einer anderen Stadt. 28. **Prophylaxe-Tipps bis zur Verblödung auswendig gelernt** (Kapitel 13: Prophylaxe, damit „es“ niemals wiederkommt): Zwölf Bereiche von Vorsicht beim Sex über Kondome bis Stresskontrolle. Jeder ein Puzzleteil. Erster Schritt: Lies die zwölf Bereiche und markiere drei, die du ab sofort umsetzt. 29. **Mit einem Glukose-Sensor in den Körper geschaut** (Kapitel 13: Prophylaxe, damit „es“ niemals wiederkommt): Ein Sensor in Münzgröße am Arm, eine App, Werte jede Minute. Für Axel ein Muss für jeden IPPler. Erster Schritt: Frag in der Apotheke oder beim Hausarzt nach einem Sensor zum Ausprobieren. 30. **Psychologische Prophylaxe zugelassen** (Kapitel 13: Prophylaxe, damit „es“ niemals wiederkommt): Wissen aneignen, offen reden, schon vorher wissen, wo man im Ernstfall Hilfe findet. Erster Schritt: Speichere dir eine Anlaufstelle für psychologische Hilfe ab. 31. **Ein Mitmach- und ein Tagebuch geschrieben und recherchiert** (Kapitel 09: Verbessere deine Situation durch Humor und mit der Kraft des Schreibens): Handschrift verankert Gedanken stärker im Gehirn als Tippen. Daraus sind 272 Seiten Mitmachbuch und ein Tagebuch geworden. Erster Schritt: Kauf dir ein Notizbuch oder einen Stift, den du gern benutzt. ## Die 13 Kapitel ### Kapitel 01: Gib nicht deinem Penis die Schuld (Buchseiten 28–37) Er kann nichts dafür. Lerne ihn wieder zu lieben. Plaque-Ablagerungen wie bei IPP können auch in der Hand entstehen. Es hätte jede Körperstelle treffen können. Dein Penis hatte einfach Pech, und er braucht jetzt Schutz statt Strafe. - Viele Männer meiden ihn nach der Diagnose: kaum noch Masturbation, kein Duschen vor anderen, nicht mal beim Pinkeln richtig anfassen. Das ist normal, hilft aber nicht. - Axel hat ihm einen Namen gegeben und ihn gezeichnet, frei Hand oder als Umriss auf dem Papier. Ohne Talent, aber mit Wirkung. - „Von oben befehlen“ funktioniert nicht. Ihn wieder anzunehmen war eine Reise über Wochen und Monate, unterstützt von Sprüchen an der Wand. - Denk an die tausend Male, die er dir und deinem Partner Freude gemacht hat. Soll das alles wegen einer Krümmung vorbei sein? - In der akuten Phase halfen Malen, Karikaturen und witzige KI-Bilder, wieder lachen zu können. ### Kapitel 02: Kein Platz für Depressionen (Buchseiten 38–44) Vertreibe den Dämon in deinem Kopf. Mehrere urologische Studien zeigen: Über die Hälfte der Männer mit Peyronie leidet unter Depressionen. Die Krankheit verformt nicht nur den Penis, sondern auch das Bewusstsein. - Die Zeit zwischen Diagnose, Arztterminen, Medikamenten und Hilfsgeräten dauert oft 12 bis 48 Monate. Diese Zeit kannst du für dich nutzen. - In Foren schreiben Männer offen über Suizidgedanken. Die Antworten der Community zeigen aber auch: In der Not halten Betroffene zusammen. - Ein Betroffener zieht Kraft aus dem, was er schon geschafft hat. Genau so funktioniert es: Erinnere dich an deine Erfolge. - Das ganze Buch ist im Grunde eine Antwort auf dieses Kapitel. Jede Maßnahme soll dich ein Stück aus dem Loch holen. ### Kapitel 03: Wie soll ich als Mann mit meiner Partnerin „darüber“ sprechen? (Buchseiten 45–67) Ein Leitfaden in 7 Schritten. Dein Partner wird es merken: an den Schmerzen, der Krümmung, den Tränen. Weinen ist wichtig. Und die „Mein Leben hört auf“-Phase wird irgendwann weniger schlimm. Die Medizin nennt das Akzeptanzphase. - Gibt es neben IPP andere Probleme in der Beziehung, müssen die mit auf den Tisch. Sonst bleibt IPP nur eine Baustelle von vielen. - Erst miteinander leben, dann wieder miteinander lieben. So beschreibt es ein Betroffener im Forum. - Paartherapie hilft bei Kommunikation, sexueller Anpassung, Stress und Angst. Viele Männer zweifeln daran, die Gründe dafür sind gut. - Als ungewöhnliche Übung gibt es im Buch ein kleines Theaterstück in acht Szenen über Rückzug, Angst und Nähe. ### Kapitel 04: Wem sag ich es noch? (Buchseiten 68–79) Freunde, Verwandte, Kollegen …? Axel wollte das Buch erst unter einem Pseudonym schreiben. Dann wurde ihm klar: Warum eigentlich? Wäre der Ellenbogen schief, würde niemand ein Geheimnis daraus machen. - Mitleid hilft nur bedingt. Was hilft, sind Mitgefühl und Verständnis. - Je mehr darüber gesprochen wird, desto eher reagieren Medien, Ärzte und Industrie. Im deutschsprachigen Raum gibt es nur ein zugelassenes Medikament. - Wenn bis zu jeder zehnte Mann betroffen ist, sitzt in jeder Fußballmannschaft noch einer wie du. Ihr sprecht nur nicht darüber. - Reiner Egoismus ist auch ein Grund: Wer sich selbst über IPP sprechen hört, gewinnt Klarheit, entlastet sich und akzeptiert sich mehr. - Als ihn sein bester Freund nach seiner Jahresbilanz fragte, sagte Axel: „Das beschissenste Jahr meines Lebens.“ Er weinte. Und es war richtig. ### Kapitel 05: Aktiviere deine Selbstheilungskräfte (Buchseiten 80–91) Die Macht der Gedanken. Dein Körper heilt ständig, jede Schnittwunde beweist es. Warum diese Kraft nicht bewusst in Richtung Penis lenken? - Über ein Jahr lang hat Axel jeden Abend im Bett ein Ritual gemacht: Augen zu, Hände auf den Penis und in Gedanken das Gehirn bitten, ihm zu helfen. - Ein, zwei Minuten, wie eine kleine Trance. Zum Abschluss dreimal streicheln, als Zeichen: Für heute sind wir fertig, morgen geht es weiter. - Das ist eine Form der Visualisierung: sich den Penis gesund und stark vorstellen. Manche nutzen dafür auch Reiki oder Qi Gong. - Die Klangschalenmassage hat Axel lange belächelt und dann bei einem Profi ausprobiert. Sie entspannt Gewebe und Kopf. - Seine Überzeugung: Ohne diesen Glauben wäre seine Krankheit schlimmer verlaufen. ### Kapitel 06: Schütze dich vor zu vielen Informationen und fotografier dich glücklich (Buchseiten 92–98) Bilder sind nicht immer hilfreich. Hast du schon nach Bildern von Peyronie-Penissen gegoogelt? Dann lass es ab jetzt. Wenn nicht: Fang gar nicht erst damit an. - Im Netz siehst du fast nur die schwersten Fälle. Diese Bilder bekommst du nicht mehr aus dem Kopf, und sie haben nichts mit deinem Verlauf zu tun. - Jede Verformung ist anders. Viele sind gering, manche bilden sich zurück, viele machen weder Schmerzen noch Potenzprobleme. - Fotografiere stattdessen selbst, was dich glücklich macht. Am besten mit einer Sofortbildkamera, damit die Bilder nicht im Handy verschwinden. - Wir stecken zu viel Energie in die 10 Prozent, die nicht funktionieren, und freuen uns zu wenig über die 90 Prozent, die das Leben lebenswert machen. ### Kapitel 07: Erfahre den Kontakt mit Pflanzen (Buchseiten 99–109) Waldbaden für deinen Penis. Ja, lach ruhig. Waldbaden, auf Japanisch Shinrin-Yoku, ist mehr als ein Spaziergang. Es ist eine bewusste Verbindung mit der Natur. - Bäume geben ätherische Öle ab, sogenannte Phytonzide. Studien zeigen: Im Wald sinkt das Stresshormon Cortisol, Puls und Blutdruck beruhigen sich. - Waldluft regt die Bildung natürlicher Killerzellen des Immunsystems an. - Stress und Entzündungen verschlechtern deinen Zustand. Der Wald kann beides mildern. - Geh behutsam vor: erst riechen, schauen, mit Fingern und Wange berühren. Irgendwann kommt der Moment, auch ihm diese Verbundenheit zu schenken. - Axel ging meistens allein und ohne Handy. ### Kapitel 08: Peyronie und die Macht des Tellers (Buchseiten 110–150) Es dreht sich (fast) alles um deinen Blutzucker. Das eine Lebensmittel gegen IPP gibt es nicht. Aber Axel ist sicher: Die Ernährung hatte den größten Anteil an seiner Heilung. Im Zentrum steht der Blutzucker. - Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Peyronie, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes. Dauerhaft hoher Blutzucker fördert Entzündungen und stört den Kollagenstoffwechsel. - In der richtigen Reihenfolge essen: erst Salat und Gemüse, dann Eiweiß und Fett, zuletzt die Kohlenhydrate. - Zehn Minuten Gehen nach dem Essen senkten Axels Zuckerspitze um bis zu 20 Prozent gegenüber dem Sofa. - Ein Glas frisch gepresster Orangensaft trieb seinen Wert von 95 auf 155. Die ganze Orange vom Baum nur von 97 auf 119. - Ein Teelöffel Zucker im Sauerkraut ließ den Wert auf 170 springen. Versteckter Zucker ist überall. - Nüsse ersetzen den Snack. Und Snacken überhaupt lassen, damit die Bauchspeicheldrüse Pause hat. - Jeden Morgen 6 Gramm Apfel-Pektin in die Haferflocken: Bei Axel sank das LDL-Cholesterin in 12 Wochen von 132 auf 119. Wer es lieber natürlich mag, greift zu alten Apfelsorten wie Boskoop oder Cox Orange. - Drei Monate Kräutertherapie nach Traditioneller Chinesischer Medizin. Ob sie geholfen hat, weiß Axel nicht. Für ihn war sie ein Baustein von vielen. ### Kapitel 09: Verbessere deine Situation durch Humor und mit der Kraft des Schreibens (Buchseiten 151–163) Lachen und Schreiben im Kampf gegen die Krümmung. Humor wird unterschätzt. Lachen setzt Endorphine frei, senkt Stress und hebt die Schmerzschwelle. „Jedes Lachen hilft“ war und ist Axels Credo. - Auch in Peyronie-Gesprächsgruppen zeigt sich: Witze und lustige Geschichten brechen das Eis und lindern Depressionen. - Schreib eigene Peyronie-Witze. Zum Beispiel: Er nahm es mit Humor, weil im Leben die besten Wege manchmal kurvenreich sind. - Axel schrieb in der akuten Phase ein Gedicht und eine Kurzgeschichte über seine Reise. Daraus entstand die Idee zum Mitmachbuch. - Wer will, bekommt von Axel einen persönlichen IPP-Witz, ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte. Einfach mailen an axel@peyronie.online. ### Kapitel 10: Treibe Sport, finde dich geil und lass deiner Fantasie freien Lauf (Buchseiten 164–199) Von Selbstheilung zu Selbstliebe. Sport, Sport, Sport. Er lenkt ab, stärkt Herz und Abwehr und verändert, wie du dich siehst. Axel schaffte mit 58 zum ersten Mal 36 saubere Liegestütze. - Friktionsmassage: täglich ein paar Minuten mit Öl, mit kleinen kreisenden Bewegungen direkt auf und um die Plaque. Fest, aber nie schmerzhaft. - Axels Trick: 33 Bewegungen, immer beim Pinkeln und unter der Dusche. So wurde es zur Routine. - Prof. Frank Sommer verschrieb Potaba und Tadalafil und bestand auf Friktionsmassage und Beckenbodentraining, der „Potenzmuskulatur“. - Ein trainierter Beckenboden verbessert die Erektion. Langes Sitzen, schlechte Haltung und falsches Heben schaden ihm. - Es muss nicht immer Sex sein. Streicheln, Baden, Massagen. Und dabei auf den eigenen Körper schauen statt nur auf den Penis. - Akzeptiere die Krümmung, indem du den Rest von dir wieder wahrnimmst. Im Kopf ist dabei jede Fantasie erlaubt. ### Kapitel 11: More porn than ever (Buchseiten 200–210) Sex ist ganz viel Gehirn. Je länger du Sex, Zärtlichkeit und Erotik ablehnst, desto schlimmer wird es. IPP darf keine Ausrede für jahrelangen Verzicht werden. - Viele Betroffene schauen keine erotischen Filme mehr, weil die Dauererektionen dort wehtun. Verständlich, aber nicht hilfreich. - Axel hat erst allein, dann mit seiner Partnerin bewusst erotische Filme geschaut. Ihr Kommentar: Krumme gibt es dort wie Sand am Meer. - Ziel ist nicht der Vergleich, sondern das Gefühl: „Das kann ich auch. Irgendwann.“ - 90 bis 95 Prozent aller Fantasien werden nie umgesetzt. Darum geht es auch nicht. Es geht um den Spielplatz im Kopf. ### Kapitel 12: Jetzt wird es erst richtig heiß (Buchseiten 211–218) Besuche eine schwule Sauna. Krumme Dinger gucken. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Axel kannte eine Sauna, in die an einem Tag pro Woche auch Frauen und heterosexuelle Männer dürfen. - Dort sah er: Es gibt in der Realität viele krumme Penisse, manche krummer als seiner. Niemand störte sich daran. - Er traute sich, Männer anzusprechen, und führte gute Gespräche über ihr Leiden und ihr Selbstbewusstsein. - In einem geschützten, gedämpften Raum das Handtuch abzulegen, ist eine Art Konfrontationstherapie. Ganz nah an der vollen Akzeptanz. - Wenn du Angst hast, Bekannte zu treffen, such dir eine Sauna in einer anderen Stadt. ### Kapitel 13: Prophylaxe, damit „es“ niemals wiederkommt (Buchseiten 219–252) Oder gar nicht erst entsteht. Die ehrliche Antwort zuerst: Einen sicheren Schutz gibt es nicht, auch nicht vor einem Rückfall. Aber viele kleine Puzzleteile können zusammen ein mächtiges Schwert werden. - Vorsicht beim Sex steht an erster Stelle. Ein typischer Unfall: Er rutscht heraus und stößt beim Wiedereintritt gegen das Schambein. - Kondome reduzieren Reibung und Infektionen, die ebenfalls Verletzungen sind. Penisringe aus Gummi, nicht aus Stahl, können Quetschungen bei halber Erektion verhindern. - Bei Kampf-, Ball- und Kontaktsport, beim Radfahren und Gewichtheben: Schutzausrüstung und Technik beachten. - Dupuytren-Kontraktur und Morbus Ledderhose hängen mit IPP zusammen. Wer sie hat, sollte sie konsequent behandeln lassen. - In einer Umfrage Axels in einer Facebook-Gruppe hatten 40 Prozent bereits (Prä-)Diabetes oder aßen zu viel Zucker. Ein Glukose-Sensor zeigt in Echtzeit, was dein Körper mit Essen macht. - Dazu: gesunde Ernährung, Schlaf, Bewegung, kein Rauchen, wenig Alkohol, Stress- und Gewichtskontrolle und eine psychologische Vorbereitung.